Keltenmuseum Hochdorf/Enz

Ein Jahrhundertfund und sein Museum

 


Vortragsreihe 2019


Reiter und Wagenlenker


Dienstag, 12.März 2019

Der „Unlinger Reiter“– Neue bedeutende frühkeltische Gräber
im Umfeld der Heuneburg

Dr. Leif Hansen, Koordinator des Heuneburg-Projektes
beim Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart

Dr. Marcus Meyer, Inventarisator beim Landesamt für Denkmalpflege
im Regierungspräsidium Stuttgart

Im Zuge des Neubaus der Bundesstraße 311 westlich von Unlingen (Landkreis Biberach)
kamen bei einer Rettungsgrabung des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium
Stuttgart im Sommer 2016 unerwartet mehrere gut erhaltene und außergewöhnlich ausgestattete
keltische Gräber aus der Hallstattzeit (8.–5. Jh. v. Chr.) zum Vorschein. Eines davon enthielt die
Überreste eines frühkeltischen Wagens und zudem eine Aufsehen erregende figürliche Bronzeplastik
von überregionaler Bedeutung. Das kleine Grabhügelfeld lag am Fuße des Berges Bussen unweit
des frühkeltischen Machtzentrums Heuneburg.

In dem reich bebilderten Vortrag werden die Grabfunde vorgestellt und in ihr historisches
Umfeld eingeordnet sowie spannende Ergebnisse der bisherigen Auswertungen präsentiert.

 
Dienstag, 26. März 2019

Die Kunst der Situlen. Bilder von Mensch,
Tier und Mythos aus dem 6./5. Jh. v. Chr.

Dr. Leonie C. Koch, Universität Köln

Bilder und Bildnisse vom Menschen in der jüngeren Urgeschichte Mitteleuropas und
Deutschlands stellen immer eine Besonderheit dar. Jüngster Fund ist der plastische Reiter
von Unlingen. Schon über 100 Jahre bekannt dagegen sind die szenischen Darstellungen
auf bronzenen Gefäßen – die so genannte ‚Situlenkunst’ des 6. und 5. Jhs. v. Chr. Unleugbar
verbunden mit älteren und zeitgleichen Bildern aus dem Mittelmeerraum sind sie doch im
Detail und stilistisch als eine eigene, lokal spezifische Kunstform zu betrachten.

Die nur wenige Zentimeter großen Bilderfriese üben auch heute auf die Forschung eine
ungebrochene Faszination aus. Sie zeigen Monster-Wesen und irdische Tiere, aber auch den
Menschen bei verschiedenen Tätigkeiten wie beim Jagen oder dem Festgelage oder auch
Pferdeführer, Reiter und Wagenfahrer. Die ursprüngliche Bedeutung der Bilder ist viel diskutiert,
muss aber aufgrund der mangelnden Schriftlichkeit der Epoche ungeklärt bleiben.

 

Donnerstag, 9. Mai 2019

Das Reitergrab von Wintrich im Hunsrück

Dr. Hans Nortmann, Leiter der archäologischen Denkmalpflege,
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Außenstelle Trier i. R.

Das Reitergrab von Wintrich (Hunsrück) gehört zu den Prunkgräbern, die zwischen 520 und
320 v.Chr. das kulturelle Erscheinungsbild der Mittelrheinzone prägen und in deren Rahmen
sich die ersten typischen Erscheinungsformen des „Keltischen“ ausprägen. Die Reiterausstattung
ist gegenüber der üblichen Wagenausstattung eine Besonderheit und in der Form in der keltischen
Welt bislang einzigartig. Das Grab lässt sich aber gut in einen größeren demographisch-
siedlungskundlich-kulturgeschichtlichen Zusammenhang einordnen.

 

Veranstalter: 

Keltenmuseum Hochdorf/Enz, Förderverein Keltenmuseum Hochdorf/Enz e.V.
und Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern.





Veranstaltungsort:
Gemeindehalle Hochdorf, 71735 Hochdorf/Enz,
Schillerstraße 35 beim Schul- und Sportzentrum.
Ein großer Parkplatz steht in unmittelbarer Nähe (Rieter Str.) zur Verfügung.

Veranstaltungsbeginn: 19.30 Uhr
Eintritt: € 4.- (Ermäßigte 3.-)

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bitte beachten Sie:
Es ist nicht gestattet, bei den Vorträgen zu fotografieren oder Tonmitschnitte anzufertigen.


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