Keltenmuseum Hochdorf/Enz

Ein Jahrhundertfund und sein Museum

 



Vortragsreihe 2018

Zwischen Kesseln und Bratspießen


Dienstag, 15. Mai 2018

Dr. Corina Knipper
Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie, gGmbH, Mannheim

Auf den Zahn gefühlt und in den Kochtopf geschaut:
Naturwissenschaftliche Analysen zur Mobilität und Ernährung in der Eisenzeit

Moderne Analysemethoden sind heute fester Bestandteil bei der Untersuchung von Knochen
und Zähnen aus archäologischen Ausgrabungen. Insbesondere Isotopenanalysen gewannen in
den letzten Jahren an Bedeutung, indem sie über die Ernährungsweise von Mensch und Tier
informieren und ortsfremde Individuen in Bestattungsgemeinschaften zu erkennen geben.
Anhand ausgewählter Beispiele wird der Vortrag präsentieren, wie aktuelle Labordaten unser
Wissen über das Leben der Menschen während der Eisenzeit bereichert haben. So zeigen
Isotopenanalysen an menschlichen Skeletten vom Glauberg (Hessen) und Vix (Burgund, Frankreich),
dass sich soziale Differenzierung nicht nur in der Art der Grablegen und ihrer Ausstattung widerspiegelt, sondern auch bereits zu Lebzeiten mit dem Zugang zu unterschiedlichen Nahrungsmitteln einherging. Darüber hinaus handelt es sich gerade bei herausragend ausgestatteten Personen wiederholt um
ortsfremde Personen in erster Generation.
Anhand zweier Gräberfelder und menschlichen Skelettresten in Siedlungsgruben in Basel-Gasfabrik
(Schweiz) ließen sich für die späte Latènezeit neben einer generellen Charakterisierung von Ernährung
und Mobilität der Bevölkerung die Zusammenhänge zwischen diesen Kategorien und den Bestattungs-
weisen untersuchen. Hier sind besonders die Ergebnisse der Strontium-Isotopenanalysen hervorzuheben,
die nicht nur von einer restriktiven Auswahl von Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung, sondern
auch von Wohnortwechseln bereits während der Kindheit zeugen. Der Vortrag wird die wichtigsten
Analysemethoden und ihre Aussagemöglichkeiten und Grenzen in der modernen Eisenzeitforschung
an der Schnittstelle von Natur- und Geisteswissenschaft vorstellen.

 

Donnerstag, 7. Juni 2018

Dr. Hans-Peter Stika
Universität Hohenheim

17.15 Uhr Führung im Keltengarten

19.30 Uhr Vortrag:
Garten- und Ackerbau bei den frühen Kelten - Welche alkoholischen Getränke
kannten sie?

Ausgehend von pflanzlichen Resten, die bei archäologischen Ausgrabungen zu den frühen Kelten
gefunden und bestimmt wurden, wird versucht, Ackerbau, Gartenwirtschaft und Futterbeschaffung
für die Nutztiere zu rekonstruieren. Wie wurden die Feldfrüchte verarbeitet und in welcher Form wurden
sie genutzt? Aufgrund von nachgewiesenen Pflanzenresten können wir Bier und Met als alkoholische Getränke für die frühen Kelten belegen; Weinnachweise liegen durch Rückstandsanalysen und Funde
von Weinamphoren vor.

 

Donnerstag, 28. Juni 2018

Prof. Dr. phil.-nat. habil. Manfred Rösch
Labor für Archäobotanik Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart

Eisenzeitliche Landnutzung in Südwestdeutschland aufgrund
botanischer Untersuchungen


In Ermangelung aussagekräftiger anderer Quellen beruhen die Kenntnisse zur eisenzeitlichen
Landnutzung und Ernährung ganz überwiegend auf archäobiologischen Untersuchungen.
Der diesbezügliche Forschungsstand hat sich in den vergangenen Jahren nicht zuletzt wegen des
DFG-Schwerpunktprogramms „Frühe Zentralisierungs- und Urbanisierungsprozesse im südlichen Mitteleuropa“ wesentlich verbessert. Großrestanalysen zahlreicher archäologischer Fundplätze und hochauflösende Pollenprofile vor allem aus dem Alpenvorland und Schwarzwald verraten uns nicht
nur, was angebaut wurde, sondern auch, mit welchen Verfahren, und wie die Produkte weiterverwertet wurden. Die Nachhaltigkeit der Anbauverfahren lässt sich im Pollenprofil langfristig nachverfolgen.
Das entstandene Bild erinnert in manchem ans Mittelalter, hat aber auch deutlich eigenständige Züge.

 

Dienstag, 10. Juli 2018

Dr. Elisabeth Stephan
Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart

Knochenreste erzählen über Tierhaltung, Ernährung und Weidewirtschaft
zur Zeit der Frühen Kelten


In keltischer Zeit war die Haltung der Haustiere Rind, Schwein, Schaf und Ziege - neben dem
Ackerbau - eine tragende Säule der menschlichen Ernährung. Im Anteil tierischer Nahrungsmittel
und der Nutzung verschiedener Tierarten zeigen sich aber durchaus Unterschiede zwischen einzelnen Siedlungen und Siedlungskammern. Zusätzlich zu klassischen archäozoologischen Methoden geben isotopenchemische Untersuchungen Auskunft über die Weidewirtschaft und die im Umkreis der
Siedlungen genutzten Weideflächen.


Veranstalter: 

Keltenmuseum Hochdorf/Enz, Förderverein Keltenmuseum Hochdorf/Enz e.V.
und Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern.





Veranstaltungsort:
Gemeindehalle Hochdorf, 71735 Hochdorf/Enz,
Schillerstraße 35 beim Schul- und Sportzentrum.
Ein großer Parkplatz steht in unmittelbarer Nähe (Rieter Str.) zur Verfügung.

Veranstaltungsbeginn: 19.30 Uhr
Eintritt: € 4.- (Ermäßigte 3.-)

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Empfehlen