Keltenmuseum Hochdorf/Enz

Ein Jahrhundertfund und sein Museum

 


Vortragsreihe 2017

Entdeckungen im Landkreis Ludwigsburg 


Vorträge zur derzeitigen Sonderausstellung
„Schicksalsfunde – Fundschicksale, Begegnungen im Kreis Ludwigsburg!


Dienstag, 7. März 2017

Prof. Dr. Joachim Wahl, Regierungspräsidium Stuttgart,
Landesamt für Denkmalpflege, Arbeitsstelle Konstanz, Osteologie


 
Knochen – Menschen – Schicksale

Skelettreste dokumentieren das Leben,
Leiden und Sterben unserer Vorfahren


Die Untersuchung menschlicher Knochenreste erlaubt mannigfache Einblicke in die Lebensumstände
früherer Epochen. Neben dem Sterbealter und dem Geschlecht der Verstorbenen lassen sich daran Maße
zur Berechnung 
der Körperhöhe, Anzeichen von Krankheiten oder Verletzungen und bisweilen
auch Hinweise 
auf die Todesursache gewinnen. Mit Hilfe archäometrischer Analysen sind zudem die Rekonstruktion von Verwandtschaftsverhältnissen und der Ernährungsbedingungen oder die Aufdeckung eines Migrationshintergrunds möglich. In Ausnahmefällen kommen auch Methoden der Gerichtsmedizin
zum Einsatz.



 
Donnerstag, 23. März 2017

Dr. Jörg Bofinger, Referat 84.2 - Archäologische Denkmalpflege, Landesamt
für Denkmalpflege Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart

Archäologischer Schnitt durch das Neckarland -
Entdeckungen auf der 190 km langen Trasse der EPS-Pipeline



Die archäologische Begleitung der Baumaßnahmen entlang der Ethylen-Pipeline Süd (EPS), war eines der ersten linearen Großprojekte dieser Art der Landesarchäologie in Baden-Württemberg. Diese Fernleitung,
in der Ethylen zwischen den Chemiestandorten in Ludwigshafen am Rhein und Burghausen in Bayern transportiert wird, führt über eine Strecke von knapp 190 km quer durch das nördliche Baden-Württemberg. Für die schweren Baumaschinen musste eine breite Schneise als Arbeitsstreifen durch die Landschaft gezogen werden.

Im Zuge der Baubegleitung auf der EPS-Trasse wurden auch im Kreis Ludwigsburg zahlreiche Fundstellen dokumentiert, darunter eine beträchtliche Anzahl an Neuent-deckungen mit teils außergewöhnlichen Fundstücken. Dazu zählen beispielsweise das Depot mehrerer keltischen Eisenbarren oberhalb des Neckars, steinzeitliche Gräber oder ein neuer alamannischer Friedhof.

Die archäologische Überwachung solcher linearer Großprojekte stellt auf der einen Seite einen enormen logistischen Aufwand und eine denkmalpflegerische Heraus-forderung dar, andererseits bieten sich dank eines „ungefilterten“ Querschnitts durch das Land ganz neue Möglichkeiten der Einschätzung und Beurteilung archäologischer Kulturlandschaften, die für das zukünftige Handeln der archäologischen Denkmalpflege wichtige Basisdaten liefern können.


Donnerstag, 6. April 2017


Dr. Christian Bollacher, Regierungspräsidium Stuttgart,
Referat 84.2 – Regionale Archäologie, Schwerpunkte, Inventarisation

Die gerettete Vergangenheit:
Neueste Grabungsergebnisse aus dem Landkreis Ludwigsburg



Egal ob auf der grünen Wiese oder in den Ortslagen der Städte und Gemeinden - der anhaltende Bauboom führt auch im Kreis Ludwigsburg zu einem stetigen Verlust geschichtsträchtigen Bodens. Die Archäologen und Grabungsspezialisten des Landesamtes für Denkmalpflege sind fieberhaft bei der Arbeit, um die letzten Zeugnisse einer Jahrtausende langen Kulturentwicklung zu dokumentieren und zu bergen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Rettungsgabungen der letzten Jahre im Landkreis und vermittelt Einblicke in längst vergangene Lebenswelten, die allein mit den Methoden der Archäologie zu gewinnen sind.

 
 
Dienstag, 25. April 2017

Dr. Ingo Stork, Hauptkonservator am Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg i. R.

Merowingische Archäologie im Landkreis Ludwigsburg
Bestand, Perspektiven und Ergebnisse

Kaum eine andere Zeitepoche der Vor- und Frühgeschichte hat einen derart umfangreichen Befund- und Fundbestand zu bieten wie die Merowingerzeit (2. Hälfte 5. bis 1. Hälfte 8. Jahrhundert). Aus dem Kreis Ludwigsburg kennt man rund 700 Bestattungen aus dieser Zeit. Überregional bekannt sind z. B. die Gräberfelder von Pleidelsheim oder Hessigheim. Die Siedlungen der Merowingerzeit bilden in der Regel die Keimzellen unserer heutigen Orte und sind daher kaum einmal erhalten.

Im Vortrag werden die archäologischen „Highlights“ vorgestellt und ihre Aussagen über das Leben unserer Vorfahren, die sozialen Verhältnisse, überregionale Netzwerke, Handel und Glaubensvorstellungen bis zu den Anfängen des Christentums erläutert. Die Quellenfülle bietet die Chance, die Ursprünge des Werdens der späteren Verhältnisse zu ergründen.

 


Veranstalter: 

Keltenmuseum Hochdorf/Enz, Förderverein Keltenmuseum Hochdorf/Enz e.V.
und die Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern.





Veranstaltungsort:
Gemeindehalle Hochdorf, 71735 Hochdorf/Enz,
Schillerstraße 35 beim Schul- und Sportzentrum.
Ein großer Parkplatz steht in unmittelbarer Nähe (Rieter Str.) zur Verfügung.

Veranstaltungsbeginn: 19.30 Uhr
Eintritt: € 4.- (Ermäßigte 3.-)

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.