Keltenmuseum Hochdorf/Enz

Ein Jahrhundertfund und sein Museum

 



Sonderausstellung 2018

Von der Steinzeit zu den Alamannen
Hemmingen in der Vor- und Frühgeschichte


Ein herzliches Willkommen unserer Nachbargemeinde!

 

Die Gemeinde Hemmingen veranstaltet eine Ausstellung
in den Räumlichkeiten des Keltenmuseums.

Unter dem Titel „Von der Steinzeit zu den Alamannen – Hemmingen in der
Vor- und Frühgeschichte“ sehen Sie archäologische Funde verschiedener Epochen
aus dem Gebiet der Gemarkung.   

Der Gemeinde Hemmingen und dem Landesamt für Denkmalpflege im
Regierungspräsidium Stuttgart als Mitveranstalter wünschen wir für ihre Ausstellung
regen Zuspruch und viele interessierte Besucher!    

Im Namen der Gemeinde Eberdingen

Simone Stork

Keltenmuseum Hochdorf/Enz


 

 
















Der Ort Hemmingen liegt 15 km nordwestlich der Landeshauptstadt Stuttgart, im Herzen
des Strohgäus, einer von Ebenen und scharf eingeschnittenen Flusstälern geprägten Landschaft,
deren Grenzen mit dem Strudelbach, der Enz, dem Neckar und der nördlichen Abdachung des
Glemswaldes grob umrissen werden können. Vom 346 Meter Höhe über dem Meeresspiegel liegende „Kaiserstein“ bekommt man einen umfassenden Eindruck nicht nur von der geographischen
und landschaftlichen Lage der Gemarkung, sondern auch des ganzen Strohgäus, südlich bis zum
Engelberg und nordöstlich bis zum Hohenasperg.


Steinzeit

Auf der Gemarkung Hemmingen hat schon die älteste bäuerliche Zivilisation im süddeutschen Raum,
die sog. Linearbandkeramische Kultur, aus der Jungsteinzeit, deutlichen Spuren hinterlassen. Mit den bandkeramischen Siedlern werden im archäologischen Gesamtbild Mitteleuropas zahlreiche Innovationen greifbar. Innerhalb nur weniger Generationen entsteht ein Kulturmilieu, das sich nicht nur allein durch
die grundlegend neue Technik einer produzierenden Landwirtschaft, sondern auch durch eine elaborierte Architektur sowie die meisterliche Beherrschung des Töpferhandwerks auszeichnet. In Hemmingen
sind mehrere Fundstellen dieser Kultur bekannt wie z. B. Seehöfe, Lochpfädle und Lattichäcker.
Zahlreiche Fundstellen sind in der Gemarkung Hemmingen den mittelneolithischen
Kulturen – der sog. Großgartacher und der Rössener Kultur – zuzuordnen.

Keltenzeit

Neben den Höhensiedlungen und vereinzelter ländlicher Siedlungen sind die wichtigsten
Erscheinungen der Keltenzeit die Grabhügel, die entweder in ausgedehnten, großen Gräberfeldern,
etwa bis 15 Hügel, mit bis 10 m Durchmesser (Hochdorf/Enz, „Pfaffenwäldle“) liegen, oder sogenannte Großgrabhügel, die im Allgemeinen als „Fürstengrabhügel“ bezeichnet werden. Solche „Fürstengräber“
sind auch aus unserem Großraum um den Hohenasperg von Hochdorf/Enz, Schöckingen (Nachbarorte Hemmingens), Ludwigsburg, Kleinaspergle und Asperg-Grafenbühl bekannt.
Aus Hemmingen sind zwei Großgrabhügel und mehrere Hügelgruppen bekannt.

Römerzeit

Die Römerzeit an Enz und Glems dauerte nur etwa 150 Jahre. Die römische Expansion fand hier erst
am Ende der Regierungszeit des Kaisers Antonius Pius um 160 n. Chr. statt. Die hier in der späten
Eisenzeit lebenden Menschen waren vertrieben worden oder geflohen, Städte, Dörfer und Gehöfte
verlassen, die Felder verödet. Erst das römische Militär schuf durch die Sicherung gegen die
Germanengefahr aus dem Norden, durch den Bau von Kastellen, Siedlungen, Gehöfte und Straßen
Anreize für eine dauerhafte Wiederbesiedlung des Gebietes. In der Gemarkung Hemmingen sind neun Fundstellen aus der Römerzeit bekannt: Appenwiesen, Birkle, Glems, Lochpfädle, Rohrhof, Schloss, Spitalwäldle, Unter der Schauchert und Zeil.

Alamannenzeit

Kaiser Caracalla schlug 213 n. Chr. die Germanenstämme jenseits des Limes und legte sich den Siegerbeinamen Germanicus zu. In späteren Quellen werden eben diese Germanen als Alamannen bezeichnet, somit betreten 213 die Alamannen die Bühne der Geschichte. Der Wechsel bei den
Germanen von der Brand- zur Körperbestattung ist sicherlich ein Ergebnis provinzialrömischer Einflüsse.
In der Alamannia wurde die Körperbestattung zunächst von der alamannischen Oberschicht,
die am ehesten romanisiert war, praktiziert; einfache Leute übten weiterhin die Brandbestattung
aus. In Hemmingen verfügen wir über drei alamannische Begräbnisstätten mit Körpergräbern:
im „Gäßlesgraben“, „Ob dem Kirchhof“ und  „Unter der Schauchert“.


Öffentliche Führung in der Sonderausstellung an den Sonntagen 16. September;  23. September, 14. Oktober, 28. Oktober. Jeweils 15 Uhr. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Bürgermeisteramt Hemmingen: Tel.: (07150) 9203-11, Mail: a.pelz@hemmingen.de

 

Flyer zur Sonderausstellung 2018
Von der Steinzeit zu den Alamannen
SA18_Hemmingen.pdf (1.48MB)
Flyer zur Sonderausstellung 2018
Von der Steinzeit zu den Alamannen
SA18_Hemmingen.pdf (1.48MB)